Projekt und Hintergrund
Dieses Forschungsprojekt wird im Rahmen einer Masterarbeit an der Hochschule Osnabrück durchgeführt und erfolgt unter der fachlichen Betreuung von Prof. Dr. Dipl.-Sportwiss. Dirk Möller und Natalie Pankrath (M.Sc., PT, OMPT). Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Körper, Bewegung und Musizieren zusammenwirken – insbesondere bei Amateur-Blechbläser*innen.
Beim Musizieren werden hohe körperliche Anforderungen gestellt: Das Instrument muss über längere Zeit gehalten werden, die Haltung bleibt oft statisch, und gleichzeitig sind präzise Bewegungen von Kopf, Nacken, Schultern und Armen erforderlich. Diese Körperregionen werden zusammen als oberer Quadrant bezeichnet und umfassen unter anderem die Halswirbelsäule (HWS), den Schultergürtel und die oberen Extremitäten.
Gerade die Halswirbelsäule spielt beim Blechblasen eine zentrale Rolle. Sie stabilisiert den Kopf, ermöglicht feine Ausgleichsbewegungen und steht in enger Verbindung mit der Schulter- und Armfunktion. Ist die Steuerung in diesem Bereich eingeschränkt, kann es zu Überlastungen kommen, die sich in Schmerzen oder Beschwerden im Nacken, in den Schultern oder Armen äußern.
In unserem Projekt untersuchen wir, ob sich Blechbläser*innen mit spielassoziierten muskuloskelettalen Beschwerden von beschwerdefreien Musiker*innen in ihrer motorischen Kontrolle unterscheiden. Motorische Kontrolle beschreibt die Fähigkeit des Körpers, Bewegungen gezielt, koordiniert und stabil auszuführen – auch unter länger andauernder Belastung. Dabei erfassen wir verschiedene Aspekte wie Muskelaktivierung, Ausdauer, Kraft, Bewegungskontrolle, Propriozeption (Gelenkpositionssinn) und Schmerzempfindlichkeit.
Ziel ist es, ein besseres Verständnis dafür zu gewinnen, warum Beschwerden im oberen Quadranten entstehen und welche körperlichen Faktoren dabei eine Rolle spielen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen langfristig dazu beitragen, präventive Ansätze zu entwickeln – etwa zur frühzeitigen Erkennung von Risikofaktoren oder zur Ableitung gezielter physiotherapeutischer Maßnahmen. So soll gesundes, nachhaltiges und möglichst beschwerdefreies Musizieren unterstützt werden.
Da dieser Zusammenhang bislang kaum systematisch untersucht wurde, möchten wir ihn gezielt erforschen, um langfristig dazu beizutragen, dass Musiker*innen schmerzfrei musizieren und im Sinne von TonInTakt körperlich und spielerisch im Gleichgewicht bleiben.